Projekte

Die Klappstuhlkonferenz

Lebensqualität stiften und Zusammenhalt stärken

Die Klappstuhlkonferenz
Die Klappstuhlkonferenz

Vom 01.09.2020 bis zum 31.12.2022 wurde das Projekt gefördert durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“

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Am Anfang war der Klappstuhl. Die Idee ist simpel. Nur wer aus dem Alltäglichen zur Ruhe kommt, kann seinen Blick für etwas anderes, neues schärfen. Dazu muss ein „Klappstuhl“ her, der ist transportabel und erlaubt es an Orten Platz zu nehmen, die wir trotz ständigen Aufenthalts in unserer Stadt so noch nie gesehen haben. Wir kommen zur Ruhe und schicken unseren Blick an diesem Ort auf die Suche nach der einen Idee, die uns gefällt und überzeugt, weil sie uns voranbringen könnte.

Die „Klappstuhlkonferenz“ ist eine mobile Beteiligungsform für Einwohner*innen jeden Alters im unmittelbaren Lebens- und Wohnumfeld. Die Stadt einmal mit anderen Augen zu sehen, ist der Ausgangspunkt für einen demokratischen Prozess interagierender kommunikativer Stadtentwicklung. Sich ärgern und aufregen über all das, was nicht funktioniert und nicht passiert, wird getauscht gegen die Entwicklung eigener Ideen zur Veränderung der Situation. Und das dort, wo die Ursache für unseren Verdruss zuhause ist. Die „Klappstuhlkonferenz“ setzt sich an Orte, die schön sind, Orte, die erschrecken, Orte, die Potentiale haben und veränderungswürdig sind, Orte, die wir ansonsten nie im Detail sehen.

Und genau hier entstehen die Ideen für die Entwicklung der kleinen Stadt in der wir wohnen. Bürgerschaftliches Engagement will so die Potentiale der Menschen eines Wohnortes nutzen, um Ideen zu entwickeln, die partnerschaftlich diskutiert und dann gemeinsam realisiert oder zur Realisierung vorgeschlagen werden.

Der Klappstuhl bietet als besondere Form des Sitzmöbels die nötige Flexibilität, wenn es darum geht, den Ort und auch in übertragenem Sinne „den Blick“ zu wechseln. Zahlreiche Klappstühle an einer Straßenecke, mit Blick auf ein verfallenes Gebäude, das trotz seiner Tradition nichts mehr von seiner Geschichte erzählt. Kinder und alte Menschen sitzen, schauen, fragen und erzählen, einfach so im öffentlichen Raum.

„Früher war hier…“, „Ich erinnere noch…“, „Hier könnte man…“, „Warum nicht einmal…“ oder oder… So werden gemeinsam Ideen für die Ortsentwicklung gesammelt und nach und nach in weiteren Schritten bearbeitet. Von größerer Bedeutung ist dabei die individuelle Geschichte der Menschen, ihrer Häuser und Plätze.

Die „Klappstuhlkonferenz“ gibt Raum für konstruktive Auseinandersetzungen mit dem eigenen Lebensumfeld in einem demokratischen Dialog. Sie motiviert zu ehrenamtlichem Engagement und zeigt, wie wirkungsvoll Beteiligung sein kann. Vor allem aber werden die Beteiligten mit ihrer persönlichen Befindlichkeit ernst genommen.

Kulturinseln

Ausgangslage

Lange Wege zu Kulturangeboten, eingeschränkte finanzielle Möglichkeiten und fehlende Motivation sind Faktoren durch die Jugendliche ländlicher Regionen in ihrer alltäglichen kulturellen Teilhabe eingeschränkt sind. Der Zugang zu Kultur muss erleichtert und infrastrukturelle Defizite dürfen nicht zur Ausgrenzung führen. Die Distanz und Diskrepanz zwischen zentralisierten Kulturstandorten und dem kulturfreien ländlichen Raum soll durch Angebote vor Ort überwunden werden. Die Situation impliziert eine menschliche Distanz zu allem, was anders, was fremd, was nicht „normal“ ist, da die Erfahrungen gerechter Teilhabe und gelebter Vielfalt fehlen.

Ziele

Jugendliche werden aktiviert und für ihre „Kulturinsel“ am Wohnort begeistert. Eine „Kulturinsel“ entsteht in einem Dorf, einer Kleinstadt, einer Gemeinde weil Jugendliche sie entwerfen, planen und mit Leben erfüllen. „Kulturinseln“ können sein: ein selbst organisiertes Konzert an einem außergewöhnlichen Ort, die selbst gebaute Skulptur mit Bezug zur Ortsgeschichte, die Theaterwerkstatt in der Bushaltestelle, der Film über das Dorf etc.. Die Errichtung einer „Kulturinsel“ ist Ausgangspunkt für weitere künftige Aktivitäten zur kreativen Nutzung der „Kulturinsel“ am Wohnort der Jugendlichen. Sie wird zum temporär genutzten, jeder Zeit für jeden erreichbaren kreativen Zentrum kultureller Bildung.

Aktivitäten

Jugendliche werden aktiviert und motiviert, ungeachtet ihrer Herkunft, Neigung oder Fähigkeit in der Ideenwerkstatt ihre „Kulturinsel“ zu entwerfen. Die Anleitung und Unterstützung erfolgt durch Fachkräfte (z.B. Künstler) und Ehrenamtliche. Inhaltliche Bausteine, Methoden und Materialien werden entwickelt und bereitgestellt. Die Jugendlichen erfüllen ihre „Kulturinsel“ mit Leben nach eigenen Vorstellungen und ohne Ausgrenzung. Kommunikation auch mit Bezugspersonen im Ort, gemeinsame Reflexion und Selbstevaluation begleiten den Prozess. Im Ergebnis sollen die immer wieder neu zu nutzenden „Kulturinseln“ als Angebot verstetigt werden.

Wettbewerbsbeitrag "Zeig mir deinen Ort - Lokale Kulturinseln" ausgezeichnet

Der Freundeskreis Popkultur e.V. wird mit seinem Projekt "Zeig mir deinen Ort - Lokale Kulturinseln" mit dem Qualitätssiegel "Projekt Nachhaltigkeit" ausgezeichnet. Aus 450 Bewerbungen von der Jury ausgewählt ist unser Projekt eins von 40 nationalen und 2 zusätzlichen internationalen Gewinnerprojekten. Der Preis wird verliehen von RENN (Regionale Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien) in Kooperation mit dem Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE).

Projekt Nachhaltigkeit
Projekt Nachhaltigkeit

Gewinner 2018

Qualitätssiegel

"Projekt Nachhaltigkeit"

Klein.Stadt.Erwachen

Eine künstlerisch-kulturelle Reanimation

Ländliche Kleinstädte leiden unter ihrer heutigen Bedeutungslosigkeit. „Kleinstadterwachen“ wird einen verschlafenen Ort für 3 Monate in einen künstlerischen Ausnahmezustand versetzen, um Einheimische und Touristen an die verborgenen Werte dieser Stadt heranzuführen. Mit dieser künstlerischen Reanimation können die Einwohner selbst ihren Ort mit einer interaktiven Stadtbildausstellung zu neuem Leben erwecken. Das Projekt schafft ungewohnte Formen kultureller Teilhabe und aktiver Mitwirkung mit dem Ziel, Bewusstsein für die Potentiale einer traditionellen Salz- und Kurstadt zu entwickeln. Das sonst so gewohnte leblose Stadtbild berührt plötzlich alle Sinne mit einem Blickfang, einem Klangbild, einer Duftinsel. Neben Leitung und Moderation arbeiten 5 anleitende Künstler und 10 Ehrenamtliche mit den kreativen Einwohnern an der gemeinsamen Vorbereitung und Durchführung der temporären Verwandlung ihrer Stadt in einen Ausstellungsort. Ackerbürgerstadt, Salzgewinnung und Kurort sind die traditionellen Potentiale und thematische Grundlage des künstlerisch provozierten Wandels der Sinneswahrnehmung. Mit Elementen von Musik, Gesang, Tanz und Theater wird das Leben, die Bewegung in das Stadtbild gebracht und zeigt das Leben auf künstlerische Weise. Wie klingt und bewegt sich Kleinstadt… Wie zeigt sich Kleinstadt in einem anderen Licht… mithilfe von bildender Kunst, Garten- oder Lichtkunst. Was erzählt die Kleinstadt und wie erfahre ich es… vielleicht, wenn die Häuser sprechen könnten. Nach einer langen gemeinsamen Arbeitsphase wird es im Juli und September 2021 innerhalb der Gesamtausstellung jeweils zu einer Live-Show des Stadtbildes kommen. In der Zwischenzeit sind die statischen Veränderungen durch Kunstelemente und die Multimedia-Installationen erlebbarer Teil der interaktiven Ausstellung. Wir erarbeiten Visionen, wie sich das Bild, das Leben, die Atmosphäre einer Kleinstadt und damit auch ihre Zukunft gestalten lassen und zeigen die künstlerischen Ergebnisse im Stadtbild.

Ehrenamtsnetzwerk Bad Sülze

Das ehrenamtliche Engagement fördern

Der Freundeskreis Popkultur möchte gleichgesinnte Kulturinteressierte, Künstler, Förderer und bisher eher „kulturfernere“ Menschen zusammenbringen, die einen regionalen Entwicklungsprozess aus Selbsthilfe und Beteiligung initiieren und inhaltlich füllen wollen. Im Zuge der sich gerade wandelnden kulturellen Vielfalt auch in unserer ländlichen Region wollen wir Menschen für Popkultur interessieren und Formen der Annäherung über die Sprache der populären Kultur praktizieren.

Wunderbar-Lounge

In der „Wunderbar-Lounge“ sind Planungs- und Vorbereitungstreffen sowie Ideenkonferenzen zusammengefasst. Vereine und Initiativen werden angeregt und begleitet, sich aktiv auf ihre Rolle, Präsentation und Mitwirkung beim „Fest für Nachbarschaft, Kultur und Demokratie“ vorzubereiten. Das Projekt umfasst mehrere Treffen und Veranstaltungen zur Qualifizierung und Mitwirkung der Ehrenamtlichen. Hier werden gemeinsam die Programmteile der mitwirkenden Vereine erarbeitet und geplant.

Kulturoffensive

Der Zugang zu Kultur muss erleichtert werden.

Darum will die "Kulturoffensive" Menschen der Region zur Mitwirkung aktivieren. Vereine, Bevölkerung und Gäste sollen mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit zur Teilnahme und Mitwirkung am „Fest für Nachbarschaft, Kultur und Demokratie“ motiviert werden.

Die „Kulturoffensive“ will Menschen für die Vielfalt der Kultur sensibilisieren und das ehrenamtliche Engagement in der Region unterstützen. Die „Kulturoffensive“ ist nicht wirklich eine Kampagne und dennoch soll der Zusammenhang zwischen den Themen „Ehrenamt, Kultur, Demokratie“ öffentlichkeitswirksam bekannt gemacht werden. Die „Kulturoffensive“ arbeitet mit den relevanten Printmedien zusammen, ist in social media aktiv und vernetzt die Webauftritte der mitwirkenden Akteure.

Ein Fest für Nachbarschaft, Kultur und Demokratie

Unter Nutzung der Öffentlichkeitswirksamkeit des ROXSA-Festivals (vormals Salz-Stadt-Festival) in Bad Sülze wird ein „Fest für Nachbarschaft, Kultur und Demokratie“ für die Region der Recknitztalgemeinden (Stadt Marlow und Amt Recknitz-Trebeltal) und ihrer Gäste in den Kontext integriert. Rund um die Stadtkirche bietet sich die Möglichkeit ca. 5 Stunden lang Aktivitäten und Informationen zum Thema Ehrenamt in Vereinen, Kultur- und Demokratieentwicklung insbesondere für Jugendliche aber auch alle anderen Altersgruppen anzubieten. Viele Ehrenamtliche aus Vereinen der Region sollen zur Mitwirkung angeregt werden. Das Fest und das Festival werden ehrenamtlich organisiert.

Die Vereine werden gebeten Aktivstationen/Mitmachangebote, Präsentationen oder Kommunikationsorte mit Bezug zu ihrer Arbeit und zu den Themen des Festes zu entwickeln und einzubringen. Ziele sind, die Vielfalt der Region zu präsentieren, Menschen für die jeweilige Vereinsarbeit zu interessieren und gemeinsam Offenheit für die „Kultur der Anderen“ zu zeigen.

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